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Ansprache zur Eröffnung des Schindlerhauses in Malsch

Ansprache zur Eröffnung des Schindlerhauses

Dr. Nikolaus Koch / 09. September 2007


Theodor Schindler wurde am 1. April 1870 im Gasthaus Hirsch in Malsch geboren. Es waren insgesamt acht Geschwister, von denen 4 im Säuglingsalter verstarben. Theodor war der Älteste der vier Geschwister, die gemeinsam aufwuchsen. Seine Mutter Katharina, geborene Kastner, war Besitzerin der Wirtschaft, sein Vater stammte aus Waldprechtsweier.

Nur 22 Jahre vorher tobte hier die Badische Revolution, die mit Hilfe des „Kartätschenprinzen“, wie der preußische Thronfolger und spätere Wilhelm der 1. von den Badenern genannt wurde, niedergeschlagen wurde. Noch allgegenwärtig war, dass der preußische Widersacher während der Kampfhandlungen nur etwa 200 Meter oberhalb vom Hirsch untergebracht war und von hier die preußischen Truppen befehligte.

1870 war auch das Jahr der deutschen Einigung und des Frankreichkrieges. Die Bahnlinie, von deren Trasse Malsch damals noch etwa einen Kilometer entfernt war, wurde 1844 eröffnet. Das Auto wurde 1886 erfunden, Schindler hat die erste Jungfernfahrt von Carl Benz im Jahre 1888 sicherlich miterlebt. Malsch, das damals etwa 3000 Einwohner zählte, war eine rein katholische, sehr autarke Gemeinde mit riesiger Gemarkung, deren Bürger hauptsächlich von ihrem großen Wald und der Landwirtschaft lebten. Es gab keinerlei Industrie, reich und einflussreich waren Bauern mit viel Grundbesitz, auch die die Besitzer von Wirtschaften gehörten dazu.

Es ist nur schwer vorstellbar, wie es möglich war, dass aus einem solchen Milieu heraus ein junger Schüler ausbrach, um als Künstler sein Leben zu gestalten. Auf jeden Fall glänzte der junge Theodor schon als 14jähriger am Ende der Volksschule im Zeichnen, wo er bereits schon seinen späteren Schwiegervater, den Oberlehrer Otto Göller, als Lehrer hatte. Nach der Volksschule durfte er die sog. Präparandenschule in Meersburg besuchen, wo er der Klassenbeste im Zeichnen war.

Ansprache, Dr. Nikolaus Koch, © V.Stehle

Um diese Entwicklung zu verstehen, ist es wichtig auf die Vorgeschichte kurz einzugehen. Der Urgroßvater von Theodor, der als der „Alte Süßele“ bekannte Hirschwirt Isaias Kastner (Geboren 1777), war in Wien als Neunzehnjähriger zum Wundarzt ausgebildet worden, genauso wie sein Bruder Carl Kastner (geboren 1775), der den Dienst in der „Wiener Militair Garnison“ im Jahre 1802 mit Auszeichnung verließ.

Isaias Kastner war vermutlich etwa 10 Jahre alt, als er im Jahre 1787, zwei Jahre vor der Französischen Revolution, den „Hausvater“ zum ersten Mal sah. Dieses Buch, gedruckt 1725, war da gerade 62 Jahre alt und noch wie neu. In diesem über tausendseitigen Werk, das aus neun Büchern und einem Anhang besteht, war das gesamte Wissen, das damals ein Familienoberhaupt haben sollte, zusammengefasst. Daher der Name Hausvater.

Auf der ersten Seite finden wir folgenden Bleistifteintrag von meiner Mutter Klara Koch: „Dieses Buch wurde von Theodor Schindler 1870 – 1950 auf dem Speicher des Wirtshauses zum Hirsch in Malsch, LKR Karlsruhe, seinem Geburtshaus, aufgefunden. Es stammt wahrscheinlich aus dem Nachlass von Isaias Kastner, Chirurg und Hirschwirt etwa 1800 (genannt der alte Süßele). Soll in der Familie bleiben!“

Der Sohn von Isaias Kastner, der Hirschwirt Valentin Kastner, (Großvater von Theodor Schindler) war ebenfalls ein gebildeter Mann und „liebte die Bücher mehr als das Kartenspiel“ wie Lore Ernst zur Geschichte des Wirtshauses Hirsch schreibt. Dessen Tochter Katharina Kastner (Mutter on Theodor Schindler) und auch „Hirschwirtin“ war somit durch Vater und Großvater sicherlich sosehr beeinflusst, dass sie sich vorstellen konnte, dass ihr erster Sohn Theodor, der, nachdem zwei ältere Geschwister als Kleinkinder gestorben waren, das Alter von 14 Jahren erreichte, nicht als weiterer „Hirschwirt“ enden sollte. So war sie es, die inzwischen noch fünf weitere Kinder geboren hatte, von denen nochmals zwei im ersten Lebensjahr verstarben, die dem jungen Theodor die Schulbesuche ermöglichte.

Von 1886 – 1889, also im Alter von 16 bis 19, absolvierte Theodor Schindler das Badische Lehrerseminar in Karlsruhe, das er mit bestandener Prüfung abschloss.

Im Jahre 1889 verstarb im Alter von nur 52 Jahren Franz Karl Schindler, der Vater von Theodor, der als Sohn eines Wagners aus Waldprechtsweier stammte und im Jahre 1866, also vier Jahre vor der Reichsgründung, Katharina Kastner geheiratet hatte und somit Hirschwirt wurde.

Über diesen Franz Karl Schindler, meinem Urgroßvater, stammt folgender Ausspruch meiner Mutter, die die Verhältnisse noch genau kannte: „Der hat gsoffe wie damals alle in Waldprechtsweier.“

Der junge Theodor hätte nach dem Tod des Vaters 1889 als Volksschullehrer anfangen können, besuchte dann jedoch bis 1891 die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. Im Jahr 1890 gewann er den 1. Preis im Wettzeichnen. Auf seinen Antrag hin wurde er vom Schuldienst befreit, um an der Großherzoglichen Akademie der Künste in Karlsruhe Malerei studieren zu können. In dieser Zeit hat Theodor sicherlich in Malsch im „Hirsch“ mir seinen drei zunächst überlebenden Geschwistern Adolf, Sophie und Frieda zusammen gelebt.

Ab 1894 unterrichtete Schindler 4 Stunden pro Woche am Gymnasium in Karlsruhe.

Von 1895 bis 1901 besuchte er dann eine private Malschule in München als Schüler von Prof. Ferdinand Fehr und Prof. Schmidt-Reutte, die beide 1899 nach Karlsruhe berufen wurden. Vermutlich in der Münchner Zeit hat er auch das Photographieren gelernt und die Plattenkamera erworben, mit der er besonders die Familienmitglieder, aber auch seine spätere Frau Mathilde Göller ablichtete und die hier als Vergrößerungen zu sehen sind.

In dieser Zeit hat er auch alte Bücher, Möbel und Malscher Töpferware gesammelt, von denen die meisten noch hier im Haus zu bewundern sind.

1901 bis 1902 war Schindler Zeichen-Lehramtskandidat an der Oberrealschule in Heidelberg,

Im Schindlerhaus, © V.Stehle

1903 heiratete er die Tochter seines ehemaligen Lehrers Otto Göller und Lehrerin Mathilde Göller (1878 – 1945), die, nachdem sie eine Lehrerausbildung abgeschlossen hatte, in Jöhlingen unterrichtete und, für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich, im Jahre 1902 ein Jahr lang deutsch und englisch als Hauslehrerin und Haushaltshilfe bei Nachfahren des berühmten Malers Toulouse – Lautrec in Albi in Südfrankreich angestellt war. Sie erlebte dort die erste Fahrt in einem Auto, wie sie in einem ihrer Briefe schreibt. Mathilde war während ihres gemeinsamen Lebens mit Theodor auch dessen Modell für zahlreiche Bilder.

Im Jahre 1903 verstarb im Alter von 25 Jahren seine Lieblingsschwester Sophie, möglicherweise an einer missglückten Abtreibung, wie meine Mutter mir erzählt hat.

Von 1902 bis 1913 unterrichtete Schindler Zeichnen am Karl Friedrich Gymnasium in Mannheim. Im Jahre 1908 verstarb Seine Mutter im Alter von 68 Jahren, sein jüngerer Bruder Adolf, der auch eine Schnapsbrennerei und Weinhandlung in zwei Häusern neben dem Gasthaus betrieb, übernahm daraufhin den „Hirsch“, während seine Schwester Frieda den Wirt des daneben liegenden Gasthauses „Lamm“ heiratete und so unter dem Nachnamen Hitscherich zur „Lammwirtin“ wurde.

Bei den zahlreichen Besuchen des Ehepaares Schindler, deren einzige Tochter Klara 1906 in Mannheim geboren wurde, wohnten sie im „Lamm“ in Malsch.

Besonders die Jahre 1910 bis 1914 waren die produktivste und erfolgreichsten im Leben Theodor Schindlers. Es entstanden die großformatigen Gemälde, mit denen er an zahlreichen national bedeutsamen Ausstellungen teilnehmen konnte. Zahlreiche seiner Werke wurden von den Museen in Mannheim, Karlsruhe und Barmen (heute sind diese Werke im Von der Heydt - Museum in Wuppertal) aufgekauft. Der Höhepunkt war die Teilnahme an einer der spektakulärsten Kunstausstellungen des frühen 20. Jahrhunderts, an der Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler im Jahr 1912 in Köln, bei der auch Werke von van Gogh, Cézanne, Gauguin und dem jungen Picasso ausgestellt waren. Ich vermute, dass er damals den Steindruck von Van Gogh, den Sie hier sehen können, erworben hat. Abonniert hatte er damals das Sprachrohr des entstehenden Expressionismus „Der Sturm“ und wohl auch die satirische Zeitschrift „Simplicissimus“.

Im Jahre 1913 wurde Schindler an die Großherzogliche Kunstschule nach Weimar berufen wurde. Er erhielt dort den Titel „Professor“, den er später mit Stolz getragen hat.

Als der erste Weltkrieg begann, war Schindler bereits 44 Jahre alt. Er nahm nicht aktiv am Krieg teil. Bereits 1924 wurde er wegen gesundheitlichen Problemen pensioniert.

Ansprache, Dr. Nikolaus Koch, © V.Stehle

Wie wir wissen, hat er viele seiner Bilder an reiche Mannheimer Juden verkauft, und einer seiner Kunsthändler, über die Schindler Bilder angeboten hat, war die Galerie des Juden Herbert Tannenbaum, dessen Kunsthandlung nach dessen Immigration noch bis Ende der Vierziger Jahre in New York bestand. Viele seiner Bilder wurden von Mannheim aufgekauft. Als Schindler dann etwa 1925 mit dem Kunsthändler „Baureis“ zusammenarbeitete wurde das in den Kunstkreisen Mannheims nicht so gerne gesehen.

Ende des ersten Weltkrieges und Anfang der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat die Familie Schindler eine schwere Zeit gehabt. So hat meine Mutter immer erzählt, dass damals der Hunger größer war und länger andauerte als Ende des 2. Weltkrieges.

Seine Tochter Klara, meine Mutter, hatte nach dem Abitur 1924 an der Lieselotteschule Mannheim dann in Karlsruhe an der Akademie Kunst bei Hubbuch studiert, wo sie auch ihren Mann Werner Koch kennen lernte. Eine Mitschülerin war auch Hanna Nagel, von der sie oft erzählt hat.

In den Jahren 1925/26 hat sei viel in Malsch gezeichnet, später war sie als Zeichenlehrerin in Mosbach und an der Fichteschule in Karlsruhe tätig, bevor sie 1940 nach Straßburg versetzt wurde.

Den umfangreichen Grund und Häuserbesitz in Malsch hatten die Geschwister Schindlers geerbt, da er seinen Anteil durch die Anrechnung der Kosten der Ausbildungen bereits aufgebraucht hatte. So hat er nur drei ziemlich wertlose saure Wiesen im Waldprechtstal geerbt, auf denen er dann im Alter von 62 Jahren beschloss seinen Ruhesitz zu bauen. Die östliche Begrenzung der Grundstücke waren der Waldprechtsbach, die westliche der Wasserkanal, über den die Wässerwiesen des Tales bewässert wurden und dessen Restwassermenge dazu diente die Turbinen des benachbarten Elektrizitätswerkes anzutreiben. Danach wurde das Wasser zum Schwimmbad geleitet, das bereits schon um 1900 existierte und auf dessen Fundament dann 1950 das heute noch vorhandene „Zwölffamilienhaus“ errichtet wurde.

So war das Hausgrundstück von drei Seiten von Wasserläufen umgeben. Da es sehr feucht war, musste das Grundstück aufgefüllt werden. Bei diesen Arbeiten blieb dann auch ein Pferdefuhrwerk stecken.

Theodor Schindler hat sich sehr intensiv mit der Hausbauplanung beschäftigt. Dabei hat er die Ideen des „Bauhauses“ miteinbezogen. Dadurch ist erklärbar, warum das Haus so viele und so große Fenster hat. Auch die noch vorhandenen Öfen aus dem Obergeschoss wurden nach den Entwürfen der damaligen Zeit in Auftrag gegeben. So hat er wohl auch die Werkbundausstellung „Die Wohnung“, Stuttgart 1927, bei der die Architekten Mies van der Rohe, Walter Gropius und Le Corbusier mitgewirkt haben, besucht, wie ein noch vollständig erhaltener Prospekt, der zusammen mit den Hausbauplänen aufbewahrt war, beweist.

Alle Hausbauunterlagen sind noch im Original erhalten, so auch viele Kostenvoranschläge und Rechnungen bekannter Malscher Handwerker und Geschäfte, wie August Bauer (Kunststein), Martin Buhlinger (Verputz), Koffler (Kunststein), Theodor Deubel (Hufbeschlag und Wagenbau), Emil Kühn (Räucher- und Kesselanlagen, Fliegen – und Flaschenschränke), (Josef Kühn (Bauschlosserei), August Kunz (Installationen), Emil Kunz (Eisenwaren, Haushaltartikel, Kolonialwaren), Max Koffler (Terrazo und Kunststeine), Theodor Lang (Bau- und Möbelschreinerei, Glaserei mit Kraftbetrieb), Joseph Maisch, Inh. Otto Schäuble (Colonialwaren, Eisenhandlung und Futtermittel), Josef Obert, Waldprechtsweier (Steinbruchbetrieb und Lastfahrten, August Roos (Zimmermann), Schottmüller (Kies- und Sandlieferung). Weinstein (Maurer), TH. Wickenhäuser (Kunst- und Möbelschreinerei) und Karl Zimmer (Malermeister). Zu nennen ist noch das Gaswerk Malsch, die damals schon den Gasanschluss verlegten und der Karlsruher Architekt L.Günthner, der die Gesamtleitung hatte.

Ansprache, Dr. Nikolaus Koch, © V.Stehle

Noch heute ist bemerkenswert, wie gut die damaligen Handwerker gearbeitet haben. So sind noch die ursprünglichen Sprossenfenster und noch alle Rollläden funktionstüchtig, sogar die beiden Außentüren im Erdgeschoß. Auch sind die Fußböden, die schöne Innentreppe und das Dach noch im Original vorhanden.

Nach dieser Abschweifung auf den Hausbau kommen wir zurück zur künstlerischen Tätigkeit. Als im Jahre 1933 die Nationalsozialisten die Macht übernommen hatten, kam es in Karlsruhe zu Ausstellung „Regierungskunst“, in der die Aufkäufe an Kunstwerken der Weimarer Regierung angeprangert wurden. Neben Hubbuch war da auch Theodor Schindler mit einer Graphik vertreten. Es ist zu vermuten, dass deshalb Schindler sehr verunsichert war, zumal ja auch bekannt war, dass er intensive Kontakte zu Mannheimer Juden hatte. Eventuell ist es deshalb zu erklären, dass er in den Dreißiger Jahren, obwohl er genügend Zeit gehabt hätte, als Maler nicht mehr so aktiv war.

Er musste auch miterleben, wie in der Kristallnacht seine Werke in jüdischem Besitz zerstört wurden. So gab es in Mannheim die Kunstsammlerin Fulda, in deren Haus in der Kristallnacht das Bild „Madonna“, das im Treppenhaus hängt, als einziges nicht zerstört wurde, weil die Besitzerin nachdenklich sich davor gestellt hatte. Bei der Flucht, die ihr nach London, wo sie später gelebt hat, geglückt ist, hat Frau Fulda dieses Bild dann bei Schindler zurückgelassen. Der Kontakt existierte auch noch nach dem 2.Weltkrieg. So kann ich mich daran erinnern, dass Frau Fulda aus London uns Lebensmittelpakete geschickt hat.

Während des 2. Weltkrieges hat dann Schindler intensiv in Malsch Bürger als Auftragsarbeit und Dorflandschaften gemalt und verkauft um das Familienbudget aufzubessern.

Klara Schindler, meine Mutter, hat dann 1942 Werner Koch (1904 – 1961) geheiratet, mit dem sie seit der gemeinsamen Akademiezeit 1925 befreundet war, und ist aus dem Schuldienst in Straßburg ausgeschieden. Im Jahre 1943 bin ich geboren, kurz vor Kriegsende meine Großmutter Mathilde gestorben.

Mein Vater, der mit dem Malscher Arzt Dr. Eberhard Essig zusammen im Krieg in Lemberg war, kam bei der Invasion in Dünkirchen in amerikanische Gefangenschaft, aus der er schon nach einem halben Jahr entlassen wurde.

Ich selbst kann mich noch daran erinnern, wie eine berittene Einheit von Marokkanern als Teil der französischen Truppen am Haus vorbeizog.

Da die Franzosen das Haus beschlagnahmen wollten wurde Opa Schindler ins Bett gelegt und man hat den Franzosen mitgeteilt, dass er an Tuberkulose erkrankt sei, woraufhin die Beschlagnahmung abgewendet werden konnte. Leider musste dann auch die Plattenkamera zerstört werden, so daß nur noch fas Objektiv übrig ist. Vor unserem Haus war damals ein Kontrollpunkt, da Waldprechtsweier zur Französischen Besatzungszone gehörte. Ich kann mich da noch an gemeinsame Spaziergänge erinnern, besonders an die rituelle Überschreitung der „Grenze“ kurz vor Waldprechtsweier, wo wir dann im Adler eingekehrt sind und Theodor stets ein Viertele getrunken hat.

Zwischen November 1945und Juni 1950 haben Theodor Schindler und sein Schwiegersohn Werner als zwei Maler das Haus gemeinsam bewohnt und auch fleißig gemalt. Zahlreiche Bilder aus dem Kinderzimmer sind da noch entstanden.

Am 28. Juni 1950 ist Theodor, als er im Wohnzimmer neben mir saß und Zeitung las, im Alter von 80 Jahren gestorben.

Meine Eltern haben in all den Jahren immer wieder Ausstellungen mit dem Nachlass organisiert, so z.B. im Theresienhaus Malsch bei der 900 – Jahrfeier. Ich habe eine Ausstellung mit seinen Werken, die ich von ganz Deutschland zusammengeholt habe, mit Unterstützung der Gemeinde 1996 organisiert. Dank der finanziellen Mithilfe der Sparkasse Malsch konnte damals ein Ausstellungskatalog gedruckt werden.

Geplant habe ich eine weitere Ausstellung mit den zahlreichen Bildern meines Vaters, die ich hier jetzt nicht präsentieren konnte, da wir uns entschlossen hatten uns ganz und gar auf Schindler zu konzentrieren.

Mädchen auf der Treppe, Theodor Schindler, 1922

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